Die Anfänge im Mittelalter
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Weißenbronn stammt aus dem Jahr 1286: Wirntho von Dietenhoven tauschte drei Höfe gegen Klostereinkünfte mit dem Kloster Halsprunne.
Es gibt viele alte Namen und einige Legenden dazu. Im Zentrum steht dabei immer der Name des Baches Weißach, der sich durch Weißenbronn schlängelt.
Die folgenden Erwähnungen aus dem Mittelalter stehen in engem Zusammenhang mit dem Kloster Heilsbronn.
So kaufte der Heilsbronner Abt Konrad von Brundelsheim im Jahr 1318 ein Gut in „Wizebrunn”.
Die erste Erwähnung der Kirche St. Michael stammt vom 20. Oktober 1337, dem Tag ihrer Weihe durch Papst Benedikt XII.
Interessant ist, dass die Glocke auf dem Turm älter ist. Sie stammt aus dem Jahr 1295 und wird noch heute geläutet.
Im Laufe des späten Mittelalters gab es in Weißenbronn mehrere Grundherren. Der größte Grundbesitzer war das Kloster Heilsbronn, einige Ländereien gehörten auch den Herren von Seckendorf.
Im Jahr 1516 kam schließlich alles in der Hand des Klosters zusammen.
In dieser Zeit gab es vier bis fünf Höfe, die dem Pfarrer Abgaben zu leisten hatten. Ihre Familiennamen waren: Link, Schmidt, zweimal Herbst und Mayer.
Im Laufe des 16. Jahrhunderts wuchs das Dorf: Anwesen wurden geteilt und den Kindern vermacht. In den Gärten wurden neue Häuser errichtet. In einer Urkunde aus dem Jahr 1609 heißt es dazu: „In Weißenbronn gibt es vier Bauernhöfe, 34 Körblergütler (Kleinbauern), ein Wirtshaus, ein Bad und ein Hirtenhaus.”
Während des Dreißigjährigen Kriegs (1618–1648) machte Weißenbronn sehr unterschiedliche Erfahrungen. In den ersten zwölf Jahren kam es nur selten zu Einquartierungen oder Durchzügen von Truppen. Alles war relativ friedlich. Der Krieg wurde jedoch auch in Weißenbronn langsam spürbar. Hunger und Krankheiten breiteten sich aus. So starben 1627 in Aich zwölf Personen an der Pest. Nachdem die ersten Pestfälle in Wollersdorf aufgetreten waren, wurde der ganze Ort verlassen.
Ab 1631 zogen marodierende Truppen durch die Gegend. Die Menschen flohen in die umliegenden Städte und kehrten später wieder zurück. Beim Heranrücken der nächsten Truppen begann das Gleiche von vorne. Dörfer wurden geplündert, Pferde gestohlen und den Menschen somit die Lebensgrundlage entzogen. Hunger und Krankheiten wie Ruhr und Pocken hatten leichtes Spiel, der Tod erntete reichlich.
Nach 30 Jahren ging dieser Krieg endlich zu Ende. Seit dieser Zeit läutet um 12 Uhr täglich die älteste Glocke zur Mahnung des Friedens. Der Ort erholte sich langsam. Es folgte eine lange Zeit des friedlichen Wachstums, in der es zwar Missernten und Teuerungen gab, aber keinen Krieg.
Die große Politik spielte im Alltag von Weißenbronn keine Rolle.
Das änderte sich 1806, als die Markgrafschaft Ansbach zum Königreich Bayern kam. Im Jahr 1818 wurde Weißenbronn eine eigenständige politische Gemeinde mit den Ortsteilen Triebendorf und Betzmannsdorf. Diese Unabhängigkeit hielt immerhin 160 Jahre. Mit der Eingemeindung nach Heilsbronn endete diese Eigenständigkeit. Der letzte Bürgermeister war Ernst Hießleitner (1969–1978).
Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert öffnete sich auch Weißenbronn der Welt: Straßen nach Schwabach oder Neuendettelsau wurden gebaut, neue Vereine gegründet. Es schien eine neue Zeit anzubrechen.
Die Friedenszeit hielt bis zum Ersten Weltkrieg (1914–1918). Weißenbronn war zwar kein Kriegsschauplatz, aber fast 20 % der männlichen Bevölkerung wurden eingezogen, davon kehrte ein Viertel nicht zurück. Die Gedenktafel für die 30 Gefallenen wurde 1920 in der Kirche St. Michael angebracht.
Auch die Spanische Grippe forderte in Weißenbronn und Umgebung viele Opfer, in den Jahren 1918/19 waren es 45 Menschen.
Die Zeit der Weimarer Republik verlief in Weißenbronn ähnlich wie im gesamten Reich. 1918/19 waren unruhige und revolutionäre Zeiten, 1923 war das Geld wertlos. In den folgenden fünf Jahren erholte man sich von Krieg und Leid. Ab 1928 geriet auch Weißenbronn in den Sog der Weltwirtschaftskrise, von der Deutschland betroffen war. Die Arbeitslosigkeit und die Preise stiegen ebenso wie die Unzufriedenheit mit dem demokratischen System. Bereits 1932 hatte die Gemeinde bei beiden Reichstagswahlen mehrheitlich die NSDAP gewählt.
Die Zustimmung zur Regierung Hitlers war groß. Auch in Weißenbronn wurden die Leistungen seiner vermeintlich „erfolgreichen” Außenpolitik gefeiert.
Der Zweite Weltkrieg begann mit einer Siegesmeldung nach der anderen. Im Dorf war vom Krieg kaum etwas zu spüren. Die ersten Gefallenenmeldungen trafen 1941 ein. Noch im Sommer 1941 glaubte man wie in großen Teilen Deutschlands, dass der Sieg nahe sei.
Der Angriff der Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 war der Anfang vom Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Krieg rückte für viele hier näher heran. Ab 1943 kamen die ersten sogenannten Fliegergeschädigten (50 Personen) aus Nürnberg nach Weißenbronn, dann nochmals 35 Schulkinder.
Im Februar 1945 sollten schließlich 203 weitere Flüchtlinge in Weißenbronn einquartiert werden.
Im selben Monat fielen in Weißenbronn die ersten und einzigen Bomben.
Am 21. April 1945 war hier das Kriegsende. Am Abend kam ein amerikanischer Panzer aus Heilsbronn. Das Dorf entschied sich zur Aufgabe.
Nach dem Ende des Krieges kehrten 53 Männer aus der Kirchengemeinde nicht mehr zurück. Ihre Namen sind auf einer Gedenktafel zu lesen, die außen an der Kirche eingelassen ist.
Im neuen Frieden wurden im Januar 1946 200 Flüchtlingen in Weißenbronn zwangsweise einquartiert. Im März 1946 wütete außerdem die Hühnerpest. Ein Großteil der Hühner musste geschlachtet werden. Diejenigen, die noch essbar waren, wurden zu extremen Preisen an die Menschen aus den umliegenden Städten verkauft. Hunger schien in Weißenbronn kein großes Thema zu sein.
Da die Geschichte Weißenbronns nach 1945 noch nicht geschrieben ist, endet diese Darstellung hier. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Quellen und Literatur:
1. Weißenbronn, Hrsg. Evang.-Luth. Pfarramt Weißenbronn, 2. Auflage, 1995
2. Wikipedia, Artikel Weißenbronn, https://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fenbronn
